Anfangsgründe

Anfangsgründe sind eine Reihe von Zeichnungen, die im Januar 2017 im Rahmen des Ausstellungsprojekts Transpersonale Landschaften begonnen wurden. Sie sind als separate Serie gedacht, die einen Teil des Ausstellungsprojekts bildet. In dem Versuch, die als Ergebnis des Malprojekts entstandenen Formen zusammenzufassen, zu konsolidieren und zu vereinfachen, wurden sie zu einer Art Zusammenfassung, Essenz oder Wegeverzeichnis des Projekts. Diesmal in Form von Miniaturen, die einige der Grundideen des Projekts zeigen und Systemdiagrammen oder alten Mnemonischen Geräten1 ähneln, in Form von Knoten und Erinnerungsbretten, um dabei die Form von Verbindungen (Berührungspunkte oder Pfadkreuzungen) und Pfaden (Linien) als Träger von Bedeutung und Erinnerung zu untersuchen und zu berücksichtigen, inwieweit unsere eigenen Körperstrukturen und Erfahrungen die Konstruktion sowie die Wahrnehmung abstrakter Konzepte prägen.

Am 12. April 2019 habe ich folgendes über die Serie geschrieben:


Was in erster Linie als eine Art Verflechtung von Fäden begann, ohne klarer Kette und Schussstrahl, die immer noch miteinander verwoben und eher verfilzt waren, wurde durch eine Linse eines Mikroskops betrachtet und zeigte Helligkeitsabstufungen aufgrund der teilweisen Transluzenz weißer Tinte auf schwarzem Papier mit Berührungspunkten oder Wegkreuzungen, die fast als getrennte Einheiten entstanden, weil sie denselben Punkt mehrmals betreten hatten, vielleicht immer wieder später, wurden sie organischer, atmungsaktiver und lebensechter und ähnelten Wegen und Mäandern wie vielleicht ein Fluss oder ein blutiger Trog Die Venen würden so aussehen, als würden sie abstrakt betrachtet, ohne Substanz und Materialität, reduziert auf die Darstellung einer Mnemonik von Auslösern, die ein rein zweidimensionaler Strahl sind, der immer noch den gleichen Rhythmus und die gleiche Bewegung enthält, manchmal sogar abgestufte Oberflächen Die Transluzenz reicht von gespannten und fast technischen, lebensechten Konglomeraten der Abstraktion bis hin zu zerbrechlichen Netzen schwebender Zärtlichkeit utomatisch auf schwarzen Blättern.

Lena Franolić

Ein Teil der Serie wurde im Juni 2017 in der Galerie Decumanus, Krk und danach auf einer Gruppenausstellung in Šilo im selben Jahr sowie während der Gruppenausstellung K.O.Z.M.O.G.O.N.I.J.E., die an der Galerie PIKTO in Zagreb teilnahm, ausgestellt im Mai 2018 sowie später in Malinska auf der Gruppenausstellung Überblick über das künstlerische Schaffen der Insel Krk in der Galerie des Sankt Nikolaus.


[1]^ Bevor sie anfingen zu schreiben, haben die Leute ihre Gedanken auf verschiedene Weise festgehalten. Die beiden bekanntesten Beispiele für solche Aufzeichnungen sind die Khipu (Quipu) von den Inkas verwendet und aus einer Reihe von Knoten bestehend, verwendeten sie in China und Hawaii ähnliche Knotentechniken, um Daten zu speichern. Das zweite Beispiel stammt aus Westafrika, wo bestimmte Mitglieder der Luba ein Erinnerungsbrett namens lukasa verwendeten bestehend aus einem Holzbrett, an dem farbige Perlen, Muschelstücke oder Metallstücke mit eingravierten Symbolen angebracht waren, um die Erinnerung zu erleichtern.

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