Schmuck :
Bei der Herstellung meines handgefertigtem Schmucks betrachte ich Schmuck als einen Aspekt des menschlichen Verhaltens, der von der Bemühung geleitet wird, unsere eher nuancierten und schwer erfassbaren inneren Welten offensichtlich und sensorisch verständlich zu machen. Dabei wird Schmuck als Kunstform betrachtet, als Ausdruck der Seele der durch das Streben nach Kommunikation und Interaktion motiviert ist.
Da ich glaube, dass eine ausgeprägte sinnliche Taktilität durch stundenlange Arbeit in den Gegenstand eingefädelt wird, entscheide ich mich mit meinen Händen zu arbeiten und einzigartige handgefertigte Objekte herzustellen. Während der Erstellung dieser Artefakte, bringe ich den Entstehungsprozess hervor und konzentriere mich auf die Modalitäten der Netzwerke die diese Formen bilden. Es kommt also vor, dass nicht die äußere Form im Mittelpunkt ist sondern die charakteristischen Bewegungsmuster im Vorsatz stehen. Was diese Arbeiten eigenartig macht ist die Veschlingung, darum weisen die Entwürfe immer wieder auf dieselben Gesten in sich hin.
Während meiner Arbeit werde ich von winzigen Spuren von Aktion, Rauschen der Veränderung, Wachstum und Verfall inspiriert – einer bestimmten Art von Poesie, die sich ständig im Hintergrund abspielt. Die hier beschriebenen Gebilde sind zart und leicht, sie sind sanft biegsam und heben die Schönheit der Unbeständigkeit hervor. Mein Ziel ist es hier, subtile Anspielungen zu schaffen – Formen, die sich über Jahrhunderte hinweg zu entwickeln scheinen – Objekte, die zeitlich schwer zu positionieren sind. Deshalb oxidiere ich oft die Stücke die eine kontinuierliche dennoch flüchtige und vergängliche Existenz bezeichnen, die gleichzeitig die ausdauernde Frische von Kristallen betont, die ich manchmal in den Schmuck verankere.
Neben Kristallen verwende ich auch Koralle, Muscheln und Kieselsteine, Äste, Wurzeln und Knochen sowie Seeglas und verwitterte Metallreste. Aus versilbertem Kupferdraht konstruiere ich Netzträger für diese gefundene Objekte, die wir als Spuren von Gefühlen beim Wandern durch unsere innerlich-äußeren Landschaften erkennen können, wenn wir uns erlauben, Analogien zwischen der Wahrnehmung von uns selbst und unserer Umgebung zu ziehen. Hier kontrastiere ich die scheinbar mühsame und sich wiederholende Arbeit eines Menschen mit der proportional unvorstellbaren Funktion der Natur, die bei der Schaffung der Welt, in der wir leben eine Rolle spielt und stelle damit unseren alltäglichen Umgang mit der Umwelt in Frage.
Lena Franolić
Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen:
In meiner Kunst beschäftige ich mich mit der Durchdringung des Sinnlichen mit dem Immateriellen und Spirituellen und mit dem Zusammenspiel auf der Ebene: Künstler – (aktiver) Betrachter. Dies erreiche ich durch die Erforschung biomorpher, skulpturaler Formen in meiner Diplomarbeit: Formen der Kleidung als Extension des Körpers und in einer Interaktion mit dem Publikum inerhalb der Arbeit p_32… Spiel, endloses Schlingen in dem ich versuche, den Begriff der Autopoesie und der Rückkopplungsschleife von Informationen durch eine atmosphärische Ausstellung mit einer interaktiven Projektion zu evozieren.
Während eines neueren Malversuches namens Transpersonale Landschaften, in der Art des abstrakten Expressionismus handle ich nach dem gleichen Prinzip. Ich untersuche mit der Technik des Automatismus und gleichzeitigem Veröffentlichen der Bilder in sozialen Netzwerken die Beziehung zwischen dem Selbst und dem kollektiven (Unter-)Bewusstsein sowie die Auswirkungen der zeitgenössischen Technologie auf die sensorische Erfahrung des Subjekts mit der Umwelt. Die Bedeutung des Werkes ist dabei vielschichtig und ambivalent und ändert sich von Moment zu Moment, abhängig von der Wahrnehmung der Realität des Künstlers und/oder des Betrachters.
Das Thema der Vergänglichkeit durchdringt alle meine Werke und manifestiert sich in den Prozessen von Wachstum und Verfall, Verkörperung und Entmaterialisierung. Am deutlichsten wird dies in der Arbeit Vibration der Stille, die eine fragile Zerstreuung und Auflösung der Form aufweist, im Gegensatz zu Formen, in denen eine kontinuierliche Spannung herrscht, die mit einer gewissen Vitalität und Kraft nachhallt.
Im Streben nach Ausgewogenheit basieren die Arbeiten immer auf den Formen, die ihnen vorausgehen.
Lena Franolić
















